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Tagesanleihe: Wie niedrig kann ein Zinssatz sein?

Veröffentlicht am: Samstag, 9. Mai 2009

Die Tagesanleihe des Bundes, die seit dem vergangenen Sommer Privatanlegern zur Zeichnung offen steht, wird in allen Medien stark beworben. Eine geruhsame Schildkröte erläutert dabei die Vorzüge einer so sicheren Anlage.

Auf den ersten Blick erscheint das Konzept auch durchaus gelungen: Die Anleihe ist mit keinerlei Kursrisiken verbunden, kann jederzeit veräußert werden und verursacht keinerlei Kosten.

Erforderlich für den Bezug ist lediglich ein Schuldbuchkonto bei der Finanzagentur des Bundes, das jedoch schnell und ohne Gebühren eröffnet werden kann. Ein Blick auf die Website der Finanzagentur aber zeigt, dass sich die Tagesanleihe wirklich nur für Sparer lohnt, die fest überzeigt sind vom Zusammenbruch aller Banken: Der Zinssatz des Papiers beläuft sich auf gerade einmal 0,36 Prozent.

Das ist in etwa ein Drittel von dem, was auf einem klassischen Sparbuch zu bekommen ist. Sicherheit hin oder her – ein derart niedriger Zinssatz ist ein definitives Ausschlusskriterium. Nach Steuern und Inflation verbleibt trotz der aufgrund der Wirtschaftskrise geringen Teuerungsrate eine negative Real-Rendite. Da bei großen Banken mit Anschluss an den deutschen Einlagensicherungsfonds problemlos 2,0 Prozent im Jahr zu erzielen sind, ist von der Tagesanleihe abzuraten.

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